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Heft 02  //  Kapitel 05.01

Was ist Mentoring

Eine Beschreibung

Mentoring war ursprünglich ein Personalentwicklungsinstrument, um das Wissen und die Erfahrungen einer erfahrenen Person (Mentor_in) an eine unerfahrene/weniger erfahrene Person (Mentee) weiter zu geben (siehe auch http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/mentoring.html, letzter Abruf 06.11.2014). Es ging um einen Wissenstransfer zwischen zwei Akteuren. Dabei ging es ebenso um die berufliche, wie auch um die Persönlichkeitsentwicklung. Zu einem erfolgreichen Mentoringprozess gehören Offenheit und Lernbereitschaft auf beiden Seiten und die Möglichkeit offener Feedbacks und kritischer Diskussionen.

Das Mentoring ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standbein im sozialen Bereich geworden. Hier versteht sich Mentoring anders als im Rahmen der Personalwirtschaft. Mentoring wird als eine Art „Patenschaft“ verstanden, die es ermöglicht, dass eine Person, die sich neu in eine Organisation oder Gesellschaft integrieren möchte, vom Wissen der erfahreneren Person profitiert. Dieser Wissensaustausch ist wechselseitig. Auch der_die s.g. Mentor_in ist Schüler_in und Lehrer_in in einer Person. Durch ein Mentoringprogramm werden Missverständnisse und Reibungsverluste minimiert.

Diese Form des Miteinanders erfordert auf beiden Seiten ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, die entweder aufgebaut werden muss oder bereits vorhanden ist.

In Unternehmen hat sich diese Form des Mentorings ebenfalls als ein Instrument etabliert, um das Miteinander gerade in Großbetrieben zu gestalten und die Mitarbeiter_innen zueinander zu bringen. Durch Patenschaften zwischen der „Altbelegschaft“ und der „Neubelegschaft“ ist es möglich, dass die ggf. vorhandenen Bedenken und Vorurteile abgebaut werden können. Durch ein solches Modell der Personalentwicklung werden Produktivität im Unternehmen und soziale Kompetenz (Soft Skills) in einem gefördert. Durch diese Zusammenarbeit erhalten alle Beteiligten einen Mehrwert.
 

Vorteile des Mentorings

Mentoring bieten beiden Seiten, also den Mentor_innen und den Mentees, viele Vorteile und folgt dabei einfachen Grundsätzen: Lerne von deinen Vorbildern und voneinander; nutze den Wissensvorsprung und zeige Wege auf. Das Gute eines Mentoringprogramms ist, dass die Rollenverteilung an einigen Stellen umgekehrt wird. So wird aus dem_der Mentor_in ein_e Mentee und anders herum. Denn auch die Mentees sind Wissensträger_innen, die dieses weitergeben werden, ob bewusst oder unbewusst. Für beide Seiten lassen sich folgende Vorteile festhalten:

  • Vorteile für Mentees:
    Persönlichkeitsentwicklung: Mentoring stärkt das Selbstbewusstsein, fördert die eigenen Kompetenzen, steigert die Bereitschaft der Eigenständigkeit, verändert den eigenen Blickwinkel und trägt zur Konfliktfähigkeit bei.

    Berufseinstieg/-entwicklung: Das Mentoring verschafft Netzwerke und gibt Hilfestellung bei der Planung von Berufsentwicklung.

    Qualifikation: Durch die Teilnahme an einem solchen Programm werden nicht nur bereichsspezifische Qualifikationen erworben, z.B. Präsentationen vorbereiten und durchführen, sondern auch soziale Kompetenzen werden gestärkt. Zu nennen sind Stärkung bzw. Erwerb von Interkultureller Kompetenz und Konfliktfähigkeit.

  • Vorteile für Mentor_innen:
    Durch das Mentoring wird es ermöglicht eine Selbstreflexion durchzuführen und das eigene Ich in Frage zu stellen. Die oben genannten Punkte können an vielen Stellen auch auf Mentor_innen zutreffen, wie z.B. die Vorteile der Persönlichkeitsentwicklung und der Stärkung der sozialen Kompetenzen.
     

Als langfristiges Ziel wird angestrebt, dass die Jugendlichen aus den Werkschulen in den Arbeitsmarkt integriert werden: Hier insbesondere primär die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung und sekundär die einer schulischen Ausbildung. COMMPASS führt  Schüler_innen, Auszubildende und Multiplikator_innen zusammen, die u.a. Betriebsräte_innen, Vertrauensleute oder andere Angestellte sind und ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Zielgruppe teilen möchten.

Im Speziellen wird bei diesem Mentoringprogramm auf die Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen der Multiplikator_innen eingegangen, um der Zielgruppe mögliche Wege in den Berufseinstieg und Berufsentwicklungen aufzuzeigen und die Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben.